Zivilisation und Rationalisierung: Die Zivilisationstheorien by Artur Bogner

By Artur Bogner

Die Aufgabe dieser Arbeit bildet eine vergleichende Diskussion der Arbeiten von Norbert Elias und Max Weber unter dem Gesichtspunkt einer Theorie dessen, used to be Elias den "Prozeß der Zivilisation" und Weber "die zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung" (GA WL: 594) genannt' hat. In diesen Vergleich habe ich auch die Theorie Max Horkheimers und Theodor W. Adornos über die "Dialektik der Aufklärung" einbezogen - unter anderem deswegen, weil manche Thesen und Probleme der beiden anderen Autoren schärfer ins Licht treten, wenn guy sie dieser gegenüberstellt. Während im Mittelpunkt meiner Darstellung die beiden Theorien stehen, auf die der Titel mit den Stichworten "Zivilisation" und "Rationalisierung" verweist, hat mir die Zivilisationskritik der älteren Frankfurter Schule vor allem als Kontrastfolie und als eine wichtige Quelle von hilfreichen Intuitionen gedient. Die Problematik einer Theorie der "Zivilisation" im Sinne Elias' und in der verwandten Bedeutung, die dieser Begriff bei Horkheimer und Adorno erhalten hat, oder der "Rationalisierung" umfaßt, je nachdem, welcher der genannten Autoren zu deren Eingrenzung herangezogen wird, vor allem die folgenden Gegenstandsbereiche : eine Theorie der Entwicklung soziogener Persönlichkeitsstrukturen im Zusammenhang mit dem Wandel der gesellschaftlichen Beziehungen und ihrer Organisationsformen; eine Theorie der Entwicklung der gesellschaftlichen 'Institutionen', der sozialen Zusammenhänge von Handlungen und Menschen, die sich in der Geschichte der sogenannten "Hochkulturen" verfestigt und bestimmte "typi­ sche" Züge angenommen haben, von denen einige heute nahezu über die ganze Menschheit verbreitet sind (dazu gehört zum Beispiel die Monopoli­ sierung der "legitimen" Gewaltanwendung als Kennzeichen des modernen Staatsapparats und im übrigen auch die herausragende Rolle von Parteien in

Show description

Read Online or Download Zivilisation und Rationalisierung: Die Zivilisationstheorien Max Webers, Norbert Elias’ und der Frankfurter Schule im Vergleich PDF

Best german_6 books

Unternehmensführung und Kapitalmarkt: Festschrift für Herbert Hax

Die Beiträge zu diesem Band streben eine Integration von Grundproblemen der Unternehmensführung mit der Kapitalmarkttheorie an. Von besonderem Interesse sind dabei Fragen der Unternehmensbewertung und der Bewertung von Investitionsstrategien sowie einzelner Finanzierungstitel. Zahlreiche Tabellen und graphische Darstellungen veranschaulichen die Ausführungen.

Die T-Aktie als Marke: Staatliche und private Einflussnahme zur Kurspflege einer „Volksaktie“

Die Einführung der T-Aktie an der Deutschen Wertpapierbörse Ende der 1990er Jahre löste einen ungeahnten Börsenboom aus. Von der Bundesregierung und den zuständigen Privatisierungskommissionen als "Volksaktie" konzipiert und von einem Geflecht von Emissionsbanken vertrieben wurde die Aktie als angeblich geeignete Investitionsform zur Altersvorsorge mit guten Renditen an Millionen von Kleinsparern herangetragen.

Extra resources for Zivilisation und Rationalisierung: Die Zivilisationstheorien Max Webers, Norbert Elias’ und der Frankfurter Schule im Vergleich

Example text

Beide zusammen bilden das Schloß der Ketten, durch die sich die Menschen gegenseitig binden. " (Elias 1976b: 436-437; Hervorhebung im Original) Es sind die relative Ähnlichkeit der in Konkurrenzkonstellationen wirksamen Figurationszwänge und ihre Verschiedenheit, das heißt: die gerichtete, 'kumulative' Verschiebung der Konkurrenzbedingungen, die relativ gleichartige, wiederkehrende Muster und sequentielle Ordnung in die Strukturen30 langfristiger sozialer Prozesse hineinbringen. Die gerichtete Variation der Konkurrenzbedingungen aber wird naturgemäß vor allem definiert durch die zunehmende oder abnehmende Monopolisierung und Zentralisierung der jeweils relevanten Machtquellen und Machtchancen - durch die Veränderung der Machtbalancen.

GoudsbIom 1977: 149) Mehrere Denker, von Bemard Mandeville und Adam Ferguson 14 über Hegel, Marx und Engels bis zu heutigen Autoren wie Friedrich A. von Hayek und Popper, haben die Bedeutung von nicht-intentionalen Folgen für den Gegenstandsbereich der Soziologie hervorgehoben. Doch bis in die jüngere Zeit sind die Konsequenzen kaum durchdacht worden, die sich aus der universellen Präsenz dieses Sachverhalts ergeben. B. ). Andere haben den Terminus "Autopoiesis" oder "Selbstorganisation" benutzt, um auf die Tatsache einer "spontanen", ungeplanten Genesis von Ordnung in sozialen und natürlichen Prozessen hinzuweisen (einen Überblick über diese Arbeiten geben Jantsch 1982 und die Beiträge in Zeleny 1981).

Diese Richtung läßt sich mit einer etwas problematischen räumlichen Metapher als die "Verinnerlichung" von externen Zwängen beschreiben. Elias hat dieses Symbol verwendet, aber zugleich den Gebrauch einer solchen räumlichen oder physikalischen Unterscheidung zwischen den Zwängen, die Individuen auf sich selbst, und jenen, die andere auf sie ausüben, nachdrücklich kritisiert. Dabei hat er klargestellt, daß es sich hier nicht um eine physikalische27 , sondern um eine soziale Differenz handelt (Elias 1976a: LX-LXV; 1970: 128-229; für eine Diskussion dieses Problems der begrifflichen Symbolisierung vgl.

Download PDF sample

Rated 4.76 of 5 – based on 25 votes