Krippenerziehung in der DDR: Alltagspraxis und by Iris Nentwig-Gesemann

By Iris Nentwig-Gesemann

Grundlage dieser Arbeit sind Gruppendiskussionen mit Krippenerzieherinnen aus den neuen Bundesländern, die in den ersten Jahren nach der Wende geführt wurden. Mit Hilfe der empirisch-methodischenVerfahrensweise der ,dokumentarischen Interpretation' werden das handlungsleitende Wissen und die zentralen Orientierungen von Erzieherinnen rekonstruiert und die milieuspezifische Einbettung der groups herausgearbeitet. Die generierteTypologie wird mit der normativen Programmatik der Krippenerziehung und des Bildungssystems der DDR verknüpft. Die Beleuchtung der professionellen Weltanschauung und der Alltagspraxis von Erzieherinnen erlaubt einengeschärften Blick auf die schwierigen Transformationsprozesse der Nachwendezeit.

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Wurde die führende Rolle der Erzieherin teilweise eingeklammert und damit Raum für selbstbestimmtes Tun der Kinder geschaffen: Die Erzieherin sollte zum Beispiel >>jedem Kind genügend Zeit zum Verwirklichen seines Spielvorhabens<< sichern, >>Unterbrechungen des Spiels durch ständige Ratschläge und Hinweise<< vermeiden und ein 51 Kind nicht stören, >>Wenn es in die Beobachtung des Spiels anderer Kinder vertieft ist, ohne selbst »tätig<< zu sein<< (Erziehungsprogramm 1986, 108). Während die Interessen des einzelnen Kindes hervorgehoben wurden, blieb die Bedeutung einer selbstläufigen und nicht angeleiteten Interaktion und Kooperation zwischen Kindern in kleineren, wechselnden Gruppen jedoch unberücksichtigt.

Indem diese mit programmkonformer pädagogischer Arbeit gleichgesetzt wurde, wurde ein genereller Geltungsanspruch auf Richtigkeit für die dem Erziehungsprogramm zugrunde liegenden Werte und Normen erhoben. h. einer mangelhaften alltagspraktischen Umsetzung des Programmes durch die Erzieherinnen gestellt. Um individuelles Versagen und Kritik an ihrer professionellen Kompetenz zu vermeiden, sollten diese zu einer möglichst engen Anhindung an die Vorgaben des Programmes geführt werden. Die detailliert ausgearbeiteten Anleitungen für die tägliche praktische Arbeit konnten unter diesen Voraussetzungen für die Erzieherinnen auch einen Sicherheit vermittelnden Rahmen darstellen.

An mehreren Stellen wurde betont, daß sich die aufgezeigte Entwicklung »Unter den Bedingungen zielgerichteter pädagogischer Einflußnahme<< vollzieht (Erziehungsprogramm 1986, 12, 39, 92). Vorgegebene altersspezifische Zielstellungen der Arbeit wurden damit unter der Bedingung, daß die Erzieherin die Vorgaben des Erziehungsprogrammes korrekt umsetzt, als faktische, sich automatisch ergebende Entwicklungsverläufe präsentiert. Einerseits wurde der Erzieherin also eine immense Verantwortung zugeschrieben, andererseits gab das Programm die Lösungen zur Erfüllung der hohen Leistungsanforderungen konkret vor.

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