Kognition und Strategie: Zur konstruktiven Basis des by Christoph Ulrich Lüer

By Christoph Ulrich Lüer

Strategietheorie und strategische Planungspraxis lassen sich bis heute in weiten Teilen von der Vorstellung einer objektiv und im Grunde eindeutig gegebenen Handlungswirklichkeit leiten. Das Verstehen der Unternehmenssituation, das am Anfang jeder Strategieformulierung steht, wird damit unzureichend problematisiert. In den letzten Jahren haben vor allem amerikanische Forscher empirisch untersucht, wie supervisor Probleme erkennen und Situationen begreifen. Christoph Ulrich Lüer greift diese Forschungen auf und arbeitet ihre Konsequenzen für den Realitätsbegriff in der Strategielehre heraus. Er zeigt, daß supervisor in den Strategiediskussionen im Unternehmen die Realität konstruieren, die sie ihrem Entscheiden und Handeln zugrunde legen. Der Autor betrachtet die Konsequenzen dieses Realitätsbegriffs für die Strategielehre und -praxis exemplarisch anhand bekannter Planungsinstrumente.

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178 39 Prognostischer Anspruch und Realitatsverstandnis der strategischen Planungslehre spiegeln sich interessanterweise pragnant in einem Pladoyer von Hanssmann, in dem dieser den Versuchen der Strategielehre, mit Hilfe von Prognosetechniken die Entwicklung des Handlungskontexts zu erschlieBen, eine Absage erteilen will. 43 Stattdessen will Hanssmann die in der Zukunft eines Unternehmens angelegten Unsicherheiten mit Mitteln der Risikoanalyse beschrieben wissen. Damit lassen sich nach Hanssmann die Risiken der Unternehmenszukunft in quantifizierter Form offenlegen und einer bewuBten Risikoentscheidung zuganglich machen.

Das heiBt, auch die Bewertung der Position eines Untemehmens ist in der betrachteten Perspektive durch die objektive Realitiit gegeben. "34 Auch in der Untemehmensanalyse spiegelt sich die hier aufgezeigte Realitiitsvorstellung. So formulieren beispielsweise Hofer und Schendel dezidiert, "[all] organizations possess five types of resources and skills that they can use to try to achieve their objectives. [.. ,,35 Zwar fiihrt die jiingere Diskussion diese Betrachtung - wie gezeigt - weiter und versucht auch grundlegende Fiihigkeiten des Untemehmens zu erfassen und in Perspektive zum Wettbewerbsumfeld zu setzen; dabei ist sie sich im Grundsatz auch der Schwierigkeit dieser Aufgabenstellung be- wuBt, zielt sie doch damit auf kaurn noch quantifizierbare Gr6Ben.

Wie es sich hier im Verhiiltnis zur Konkurrenz positioniert. Es so11 herausgearbeitet werden, inwieweit die Kosten- und Leistungsstrukturen des Untemehmens im Wettbewerb eine Smrke oder Schwiiche darste11en, und wo seine spezifische Ressourcenkonfiguration Handlungspotentiale respektive Defizite begriindet. 24 In der jiingeren Strategieliteratur wird daneben die Forderung aufgeste11t, iiber die Analyse der Wertschopfungsprozesse und der darin gebundenen Ressourcen bzw. damit einhergehenden Kosten- und Leistungsparameter hinaus zu versuchen, die in der Organisation angelegten Handlungsflihigkeiten zu beschreiben und herauszuarbeiten, inwieweit das Unternehmen sich damit von konkurrierenden Organisationen zu differenzieren vermag.

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